Filesharing: 300.000 Adressen pro Monat für Abmahnungen?

Wie der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft e.V. in einer aktuellen Pressemitteilung meldet, hat er ermittelt, dass deutsche Internet-Provider pro Monat die Daten zu 300.000 Internetverbindungen an Rechteinhaber bzw. deren rechtliche Vertreter herausgeben müssen. Damit zeige sich, dass der Kampf gegen Internet-Piraterie und illegale Downloads von geschützten Inhalten immer professioneller geführt werde.

Der Verband kritisiert jedoch, dass von den Rechteinhabern häufig über das Ziel einer effektiven Bekämpfung der illegalen Downloads hinausgeschossen werde. So stehen insbesondere die hohen Geldforderungen in der Kritik. Häufig werden Pauschalen von 500 – 2000 € gefordert. Wer hiervon wie viel erhalte, insbesondere, wie viel davon überhaupt bei den Rechteinhabern ankommet, ist meist nicht nachvollziehbar. Mittlerweile gehe nach Angaben des Verbandes die Zahl der illegalen Downloads zurück, die Zahl der Abmahnungen steige aber jedes Jahr deutlich an. Dennoch können sich die Internet-Provider einen Gerichtsbeschluss auf Herausgabe der Daten nicht erwehren, solange deutsche Gerichte entsprechende Auskunftsbeschlüsse erlassen.

Kanonen auf Spatzen?

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die zur Erlangung von Auskunftsbeschlüssen ermittelten IP-Adressen gelegentlich fehlerhaft sind und auch die angeblich fehlerfrei funktionierenden Ermittlungs-Programme tatsächlich nicht frei von Fehlern sind. Auch gab es starke Kritik an den Gutachtern, die diese Programme geprüft haben wollen.

Porno X = Porno Y = Porno Z?!

In unserer täglichen Praxis kommen immer wieder in Abmahnungen Vorwürfe vor, die fragwürdig bis technisch unmöglich sind. Zudem hat sich gerade im Bereich der Porno-Abmahnungen die Praxis eingebürgert, den illegalen Download angeblicher Filme abzumahnen, bei denen schon die bloße Existenz mit den normalen Mitteln wie Internet-Suchmaschinen nicht feststellbar ist. Es hat den Anschein, als ob diverse Pornos unter den unterschiedlichsten Namen gehandelt und so immer wieder Gegenstand neuer Abmahnungen werden. Häufig stimmen auch zur Identifrzierung von Dateien übermittelten Hash-Werte nicht überein.

Ferienzeit = Abmahnzeit!

Gerade jetzt vor dem Beginn der Sommerferien in vielen Bundesländern ist mit einem starken Ansteigen der Abmahnungen zu rechnen. Diese werden von den Abmahnern besonders gerne vor Feiertagen, Wochenenden und Ferien verschickt, um mit den bereits sehr kurz bemessenen Fristen und die diese weiter verkürzenden Feiertagen das Druckpotenzial auf die Empfänger der Abmahnungen noch weiter erhöhen zu können. Auch wird es in der immer kürzer werdenden Zeit immer schwieriger sein, kompetenten Rechtsrat zu finden.

Wir raten ihn dennoch, sich nicht in Panik versetzen zu lassen und bei jeder Abmahnung kompetenten Rechtsrat zu nutzen. Mit Hilfe moderner Komunikationsmittel konnten wir schon vielen Abmahnungs-Empfängern helfen, die aus dem Urlaubsort im Ausland kontakt zu uns aufnahmen. Selbst wenn der Vorwurf richtig sein sollte, ist es meist möglich, die gegnerische Forderung zumindest herunterzuhandeln. Darüber hinaus sind viele der als Entwurf mit gesandten Unterlassungserklärungen oft viel zu weit gehend und schränken sie möglicherweise lebenslang unnötig ein.

Wenn es nötig werden sollen, bitten wir um Übermittlung der gesamten Abmahnung per Fax oder E-Mail (bitte nicht größer als 10 MB). Bitte senden Sie uns auch Ihre Kontaktdaten unter denen wir die bestmöglich erreichen können. Wir melden uns dann bei Ihnen und teilen mit, ob wir für Sie tätig werden können und informieren natürlich über die Kosten unseres Tätigwerdens.

Wir stehen ihnen kurzfristig, bundesweit und preiswert zur Verfügung. Rufen Sie uns an. Tel. +40(0)40/4116762-5, Fax +49(0)40/4116762-6, email: info (at) ipcl-rieck (Punkt) de

TAGS