Neues von Thomas Burchardt: Abmahnung Reloaded.

Neues aus der Feder des Abmahners Thomas Burchardt: Wie wir bereits des Öfteren berichteten, versendet Herr Thomas Burchardt Abmahnungen an eBay-Verkäufer, die Münzen bei eBay anbieten. Thomas Burchardt hat sich nach eigener Darstellung die ausschließlichen Rechte für die Bilder abtreten lassen und nutzt diese nun für urheberrechtliche Abmahnungen. Die Forderungen von Herrn Burchardt halten wir für deutlich überhöht.

Überhöhte Lizenzforderungen.

Wie bereits berichtet, fordert Thomas Burchardt für die Verwendung eines Bildes in letzter Zeit 180 Euro. Viele Abgemahnte zahlen aus Angst vor rechtlichen Scherereien eingeschüchtert diesen Betrag und unterzeichnen eine vorgegebene Unterlassungserklärung oder verfassen selbst eine. Dabei nehmen sie an, damit sei die Angelegenheit endgültig erledigt.

Böses Erwachen.

Bereits in der Vergangenheit mussten einige Abgemahnte dies bitter bereuen. Sie hatten versäumt, bei eBay die unverzügliche Entfernung der illegal benutzten Bilder in die Wege zu leiten. Die Folge: Thomas Burchardt behauptete kurze Zeit später, die vereinbarte Vertragsstrafe sei verwirkt, da das Bild nicht entfernt worden sei und weiter illegal öffentlich zugänglich gemacht werde. Schon diese Argumentation ist sehr fragwürdig. Im Interesse der Übersichtlichkeit gehen wir hier aber vorerst nicht weiter darauf ein.

Die neue Masche.

Thomas Burchardt hat offenbar eine neue Masche, mehr Geld aus Abmahnungen zu erzielen: Neuerdings fordert er von Abgemahnten, die den Betrag von 180 Euro gezahlt haben, einige Wochen später weitere 180 Euro. Er habe „bei Archivierung“ der Akte festgestellt, dass kein Bildquellennachweis bei der eBay-Auktion angegeben worden sei. Deshalb sei eine „Lizenzkostenrechnung über die Lizenzgebühr für die Nichtanbringung des Bildquellennachweises bzw. der Urheberkennzeichnung“ zu bezahlen. „Zufällig“ beträgt die „Rechnungssumme“ ebenfalls 180 Euro. Warum, lässt Thomas Burchardt offen. Die Höhe des Betrags wird in keiner Weise erläutert. Kein Wunder – eine „Lizenzgebühr für die Nichtanbringung des Bildquellennachweises bzw. der Urheberkennzeichnung“ gibt es nicht.

Urheberpersönlichkeitsrecht?!

Was Thomas Burchardt vermutlich meint: In Literatur und Rechtsprechung gibt es Stimmen, die Berufsfotografen einen sogenannten immateriellen Schadenersatz ähnlich dem Schmerzensgeld zugestehen, wenn er nicht als Urheber in Zusammenhang mit seinem Bild genannt wird. Warum? Weil dadurch das sogenannte Urheberpersönlichkeitsrecht verletzt wird – gerade Berufsfotografen haben oft keine andere Möglichkeit, für sich zu werben, als mit den Produkten ihrer Arbeit, also ihren Bildern. Deshalb wurde z. B. bei von in Zeitschriften oder Werbekampagnen millionenfach genutzten Prominenten–Bildern solche zusätzlichen Entschädigungen  zuerkannt, wenn der Fotograf nicht genannt wurde. Hierbei handelt es sich zweifelsfrei um eine Ausnahme mit engen Voraussetzungen, die nur für schwerwiegende Rechtsverletzungen z. B. zu Lasten von Berufsfotografen gelten soll. Eine solche Entschädigung ist nicht für jeden Urheber jedes Lichtbilds gedacht. Nun ist Thomas Burchardt aber weder Urheber der abgemahnten Bilder, noch ist er Berufsfotograf, der nur durch Nennung seines Namens am Bild Werbung für seinen Lebensunterhalt machen kann.

100 % Zuschlag zwingend?

Außerdem fordert Thomas Burchardt offenbar eine Zuschlag von 100 % auf die seiner Meinung nach angemessene Lizenzgebühr von 180 Euro. Tatsächlich gibt es Gerichtsurteile, die einen sogenannten Verletzerzuschlag von 100 % auf die Lizenzgebühr zuerkennen, wenn das Urheberpersönlichkeitsrecht des Fotografen verletzt wurde, weil er als Urheber nicht an seinem Bild genannt wurde. Allerdings gibt es auch andere Gerichtsurteile, die einen solchen Zuschlag ablehnen oder nur 50 % oder 30 % Zuschlag zuerkennen.

Wir halten die Forderungen des Thomas Burchardt nach Grund und Höhe für äußerst fragwürdig.

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