Abmahnung Film: Veronika beschließt zu sterben, SKW Schwarz für „Worldwide Association of private Internet-Investigation-Companies“

Die „Worldwide Association of private Internet-Investigation-Companies“ lässt die Münchener Kanzlei SKW Schwarz die illegale öffentliche Zugänglichmachung des Films „Veronika beschließt zu sterben“ abmahnen. Trotz des etwas sperrigen Titels der Abmahner sollte eine solche Abmahnung durchaus ernstgenommen werden. Unter Angabe einer angeblich beweissicher ermittelten IP-Adresse wird vorgeworfen, der Anschlussinahber habe den Film durch Nutzung von Tauschbörsen oder Filesharing-Software illegal weltweit öffentlich zugänglich gemacht. Unter Androhung von Gerichtskosten von € 5570,70 auf Basis eines angeblich typischen und „weithin akzeptierten“ Streitwerts von € 30.000,- für ein Verfahren über den Erlass einer einstweiligen Verfügung neben einer Schadenersatzforderung im „vier- bis fünfstelligen“ Bereich zuzüglich Anwaltskosten in Höhe von € 1196,43 wird von den Abgemahnten verlangt, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. Daneben wird in Aussicht gestellt, bei Zahlung einer Pauschale von € 320,- auf alle weiteren Rechte zu verzichten.

Guter Deal?

Hm, € 320,- statt € 15.000,- – € 25.000,- , klingt nach einem guten Geschäft. Aber warum verzichten SKW Schwarz und „Worldwide Association of private Internet-Investigation-Companies“ freiwillig auf so viel Geld? Abzüglich der fiktiven Gerichtskosten wären doch angeblich immerhin mindestens ca. € 10.000,- zu verdienen gewesen (€ 1196,43 Anwaltskosten + Schadenersatz im „vier- bis fünfstelligen“ Bereich). Vielleicht liegt der Fall jedoch nicht ganz so eindeutig bzw. sind die Summen dioch nicht so „typisch“ und „weithin akzeptiert“. Auch klingt der Name der Abmahnerin nicht gerade nach einer Filmproduktionsfirma.

Neben der zu zahlen den Summe, die man im Vergleich zu anderen Abmahnungen fast schon tatsächlich als „gutes Angebot“ bezeichnen könten (wenn der Vorwurf stimmt), ist vor allem die Unterlassungserklärung mit Vorsicht zu geniessen. Bedenken Sie, dass Sie sich u. U. lebenslang binden. Da sollten Sie schon ganz genau darauf achten, was Sie unterzeichnen.

Deshalb: Sollten Sie eine solche oder ähnlichen Abmahnung erhalten haben:

1. Unterlassungserklärung keinesfals ungeprüft unterschreiben!

Abgemahnten empfehlen wir, den Vorwurf von einem spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen zu lassen. Wir raten dringend davon ab, die den Abmahnungen beiliegenden Unterlassungserklärungen zu unterzeichnen. Diese sind meist zu weit formuliert und darauf ausgerichtet, den Unterzeichner zu benachteiligen. Wer so etwas unterzeichnet, kann selbst kaum kontrollieren, ob er in Zukunft gegen die Unterlassungserkärung verstößt. Angesichts der meist unüblich hohen Vertragsstrafen kann dies auf lange Sicht zu hohen Forderungen führen. Ruinieren Sie sich nicht durch unüberlegtes Unterschreiben.

2. Fristen unbedingt beachten!

Oft werden in Abmahnungen sehr kurze Fristen gesetzt. Lassen Sie sie nicht verstreichen. Der Abmahner könnte eine einstweilige Verfügung oder Klage mit erheblichen Kosten in die Wege leiten. Informieren Sie uns über die Abmahnung. Meist können wir zumindest eine Fristverlängerung zur ordnungsgemäßen Prüfung erreichen.

Wir prüfen für Sie die Berechtigung jeder Abmahnung – bundesweit, schnell, preiswert!

Dabei ist es für uns selbstverständlich, mit Ihnen zuerst die Kosten unseres Tätigwerdens zu besprechen. Zur Prüfung Ihrer Abmahnung brauchen wir den vollständigen Text der Abmahnung, Ihre Kontaktdaten sowie eine von Ihnen unterzeichnete Vollmacht. Ein Formular hierfür finden Sie hier auf dieser Website im Bereich „SERVICE„.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.