Abmahnung Computerspiel „Dead Island“, Koch Media GmbH durch rka Rechtsanwälte

Zu Weihnachten werden wieder viele Computerspiele verschenkt werden. Wir raten generell dazu, diese bei authorisierten Händlern zu kaufen, anstatt das verlockende Angebot von Filesharing-Tauschbörsen zu nutzen. Denn in der Vorweihnachtszeit erreichen uns auch immer wieder besonders viele Abmahnungen. Aktueller Spitzenreiter ist das Computerspiel „Dead Island“ von Deep Silver. Die mittlerweile aus Deutschland nach Österreich verzogene Koch Media GmbH, bereits von anderen Spielen wie „Batman – Arkham Asylum“, „Just Cause 2“ oder diversen Filmen im Abmahn-Geschäft bekannt, lässt die öffentliche Zugänglichmachung von „Dead Island“in Tauschbörsen abmahnen. Koch Media hat dafür offenbar die Kanzlei Reichelt Klute Aßmann bzw. rka beauftragt, die auch bereits von den früheren Abmahnungen der Koch Media GmbH bekannt sind.

Der Vorwurf: Öffentliche Zugänglichmachung

rka werfen den Abgemahnten in der Regel vor, „Dead Island“ bzw. die Datei Dead.Island-RELOADED in einem Torrent-Netzwerk bzw. über filesharing-Tauschbörsen Dritten öffentlich zugänglich gemacht zu haben. Auf Basis eines angeblichen Gegenstandswertes von € 20.000,- rechnen .rka hoch, hätten die Abgemahnten neben Schadenersatz noch Anwaltskosten in Höhe von jeweils € 859,20 zu tragen. Außerdem sollen die Abgemahnten Auskunft erteilen, wann und wo „Dead Island“ „zum Herunterladen bereit gehalten“ worden sei. Gegen Zahlung eines Pauschalbetrags von jeweils € 1500,- sei Koch Media GmbH aber dazu bereit, alle angeblichen Ansprüche auf sich beruhen zu lassen. Daneben fordern rka für Koch Media GmbH außerdem die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung.

€ 1.500,- für ein Computerspiel

Derzeit melden sich bei uns täglich abgemahnte Internet-Anschlussbesitzer wegen „Dead Island“. Häufig müssen wir ihnen ersteinmal erklären, was „Dead Island“ oder ein „Torrent“ überhaupt ist. Oft kann auch tatsächlich nicht ausgeschlossen werden, dass z. B. Kinder oder Jugendliche tatsächlich versucht haben, das Computerspiel über eine Tauschbörse im Internet herunterzuladen. Dass damit fast immer auch Teile des Computerspiels an Dritte weitergegeben werden, ist den wenigsten Tauschbörsennutzern bekannt. Die Hürden, die der Bundesgerichtshof dem meist abgemahnten Internet-Anschlussbesitzer zum Beweis der „Unschuld“ in dem derzeit noch maßgeblichen Urteil „Sommer unseres Lebens“ gelegt hat, sind hoch. Während im Verkehrsunfall-Prozess jede 10 €-Quittung gesammelt und vorgelegt werden muss, um Schadenersatz in der verlangten Höhe zugesprochen zu bekommen und nachgewiesen werden muss, dass der Unfallgegner auch wirklich dafür verantwortlich ist, reicht vielen Gerichten bei Filesharing bislang eine angeblich fehlerfrei festgestellte IP-Adresse und die Behauptung, der Schaden sei „soundso“ hoch, um dem Internet-Anschlussinhaber die Beweislast für seine Entlastung im Wege der Beweislastumkehr „aufzudrücken“. Doch Abmahnungen kommen meist erst viele Monate nach den angeblichen Verstößen. Wer weiss schon, ob der WLAN-Router zu einer bestimmten Uhrzeit vor Monaten an oder aus war – und kann dies zweifelsfrei beweisen? Diese Rechtsprechung dürfte sich wohl leider erst ändern, wenn aureichend Richter solche Abmahnungen erhalten haben und sich an ihren eigenen Ansprüchen messen lassen müssen.

Umkehr der Beweislast

Doch auch wenn der Vorwurf tatsächlich richtig sein sollte, muss man als Abgemahnter nicht alles akzeptieren, was die Abmahner vorlegen. So ist höchst fragwürdig, ob die geforderte Pauschalsumme bzw. die angeblichen Rechtsanwaltskosten in der Höhe gerechtfertigt sind. Auch ist verwunderlich, dass „Dead Island“ laut Wikipedia in Deutschland überhaupt nicht erschienen ist, wohl aus Angst vor den deutschen Jugendschutz-Richtlinien. Schließlich können wir nicht empfehlen, die den Abmahnungen von .rka als Entwurf anliegende Unterlassungserklärung ohne Prüfung und Modifizierung durch einen Experten zu unterzeichnen. Bedenken Sie, dass eine Unterlassungserklärung grundsätzlich lebenslang Wirkung entfaltet. Ruinieren Sie sich nicht durch unüberlegtes Handeln. Meist sind Entwürfe von Unterlassungserklärungen von Abmahnern als unwiderrufliches Schuldanerkenntnis formuliert und beinhalten auch die Verpflichtung, bestimmte Vertragsstrafen und/oder Schadenersatzsummen zu zahlen. Lassen Sie sich nicht ohne vorherige Beratung durch Spezialisten auf bestimmte Summen festlegen.

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